Impact Roadshow Station in Berlin

Wie wird nachhaltige Wirkung messbar – und warum ist Glaubwürdigkeit heute einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Startups? Beim Berliner Stopp der Impact Roadshow diskutierten Gründer*innen, Expert*innen und Unternehmen über Impact Measurement, Circular Economy und transparente Kommunikation. Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Workshops und Diskussionen im Überblick.

Impact Roadshow Station in Berlin

Impact Roadshow Berlin: Wie Startups Impact messen, Glaubwürdigkeit aufbauen und Kreislaufwirtschaft neu denken

Wie gelingt nachhaltiges Unternehmertum in der Praxis? Welche Rolle spielt die Wirkungsmessung für Startups und Unternehmen? Und wie können Impact, Circular Economy und glaubwürdige Kommunikation zum Wettbewerbsvorteil werden? Antworten auf diese Fragen lieferte der Berliner Stopp der Impact Roadshow von Startups for Tomorrow gemeinsam mit B Lab Germany.

Gründer*innen, Nachhaltigkeitsexpert*innen und Impact-Unternehmen diskutierten darüber, wie sich gesellschaftliche und ökologische Wirkung messbar machen lässt – und warum echte Veränderung weit über klassische ESG-Kennzahlen hinausgeht.

Wirkungsmessung: Warum Impact messen für Startups immer wichtiger wird

Eine zentrale Frage der Roadshow lautete: Messen Unternehmen ihren Impact, um ihre Wirkung zu verbessern – oder vor allem, um sie kommunizieren zu können?

Die Diskussion machte deutlich, dass beide Perspektiven ihre Berechtigung haben. Gerade für Impact Startups ist Wirkung häufig Teil des Geschäftsmodells. Ohne belastbare Daten lässt sich weder der gesellschaftliche Mehrwert gegenüber Investor:innen noch gegenüber Kund:innen oder Partnern nachvollziehbar darstellen.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass Impact messen kein Selbstzweck sein darf. Wirkungsmessung sollte Unternehmen dabei unterstützen, bessere Entscheidungen zu treffen, Ressourcen gezielter einzusetzen und den eigenen Beitrag zur nachhaltigen Transformation kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Besonders intensiv wurde über die Unterschiede zwischen Input, Output, Outcome und tatsächlichem Impact diskutiert. Während sich Output oder Outcome häufig relativ gut erfassen lassen, bleibt gesellschaftlicher Impact komplex. Hinzu kommt die entscheidende Frage der Additionalität: Welche Wirkung wäre ohne das Unternehmen überhaupt entstanden?

Impact kommunizieren ohne Greenwashing

Am Beispiel von Plastic Fischer wurde deutlich, wie anspruchsvoll glaubwürdige Impact-Kommunikation sein kann.

Ökologische und soziale Wirkung entsteht häufig entlang komplexer Wertschöpfungsketten und lässt sich nicht immer auf eine einzelne Kennzahl reduzieren. Deshalb braucht es nachvollziehbare Prozesse, transparente Audit Trails und zielgruppengerechte Kommunikation.

Die zentrale Erkenntnis: Nicht jede Wirkung lässt sich perfekt messen – aber jede Wirkung muss ehrlich erklärt werden.

Gerade in Zeiten zunehmender Greenwashing-Debatten wird Transparenz zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für nachhaltige Unternehmen.

Credibility schlägt Perfektion

Im Workshop von everdrop stand ein Thema im Mittelpunkt, das für viele nachhaltige Marken immer wichtiger wird: Glaubwürdigkeit.

Purpose-Unternehmen verfügen häufig noch nicht über jahrzehntelang aufgebaute Markenbekanntheit. Ihr größtes Kapital ist Vertrauen.

Dieses entsteht nicht durch perfekte Nachhaltigkeitsversprechen, sondern durch eine offene Kommunikation über Erfolge, Herausforderungen und Lernprozesse. Unternehmen, die transparent erklären, wo sie bereits Wirkung erzielen und wo sie sich noch verbessern müssen, schaffen langfristig eine starke Marke – intern wie extern.

Gerade für junge Startups wird Credibility damit zum wichtigsten Wettbewerbsvorteil.

Circular Economy beginnt bereits beim Produktdesign

Wie Kreislaufwirtschaft in Startups praktisch umgesetzt werden kann, zeigte der Workshop von GOT BAG.

Statt Produkte linear zu denken – von der Rohstoffgewinnung über Produktion bis zum Verkauf – steht die Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle im Mittelpunkt. Reparatur, Wiederverwendung, Recycling und intelligente Materialwahl müssen bereits während der Produktentwicklung berücksichtigt werden.

Praxisbeispiele wie Repair Days oder kostenlose Ersatzteile für Kund:innen zeigen, dass Circular Economy nicht nur ökologische Vorteile bietet, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sein kann.

Das wichtigste Learning:

Wer Produkte von Anfang an für den Kreislauf entwickelt, schafft nachhaltigen Mehrwert für Unternehmen, Kund*innen und Umwelt.

Energie als Hebel für Zukunftsfähigkeit

Im Breakout von Polarstern wurde deutlich: Der größte Hebel für wirksamen Klimaschutz ist die Energiewende – und damit ein Thema, das jedes Unternehmen betrifft. Ein CO₂-Blitzlicht zeigte, wie unterschiedlich Klimawirkung bereits in Strategien und Entscheidungen verankert ist. Im anschließenden Austausch rückte Energie als Schlüssel für Emissionsreduktion, Resilienz und wirtschaftliche Stabilität in den Fokus. Ob eigene Erzeugung oder der Einkauf erneuerbarer Energien – strategische Energieentscheidungen machen Unternehmen unabhängiger von Preisschwankungen und geopolitischen Risiken. Diskutiert wurde außerdem, wie Entwicklungen wie KI den Energiebedarf verändern und warum Energiewende und Digitalisierung künftig noch stärker zusammengedacht werden müssen.

Nachhaltige Startups zeigen Lösungen für morgen

Ein weiterer Höhepunkt der Impact Roadshow waren die Startup-Pitches.

Mit innovativen Lösungen präsentierten BLEIBTREU Lupinenkaffee und cosy green unterschiedliche Ansätze für nachhaltiges Wirtschaften. Die Pitches machten deutlich, wie vielfältig die deutsche Impact-Szene inzwischen ist – von regenerativen Lebensmitteln über ressourcenschonende Konsumgüter bis hin zu klimafreundlichen Wohn- und Energielösungen.

Genau diese Vernetzung zwischen Gründer*innen, Unternehmen, Investor*innen und Nachhaltigkeitsexpert*innen ist das Ziel der Impact Roadshow.

Die Impact Roadshow stärkt das nachhaltige Startup-Ökosystem

Der Berliner Tourstopp zeigte eindrucksvoll, dass nachhaltiges Unternehmertum vom Austausch lebt.

Ob Impact Management, ESG, Wirkungsmessung, Circular Economy oder glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation – die Herausforderungen sind komplex. Umso wichtiger sind Plattformen, auf denen Unternehmen voneinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln können.

Ein besonderer Dank gilt allen Speaker*innen und Workshop-Leitenden – Marcus Lucas, Kim Gerlach, Felix Vieg und Anna Zipse –, den Pitch-Startups sowie den Partnern von B Lab Germany. Ein ganz großes Dankeschön an Björn Priewe von der Techniker Krankenkasse für den Support  und dem The Social Hub Berlin. Ebenso bedanken wir uns bei Armelle Duvieusart und Valentina Köhler für die enge Zusammenarbeit sowie bei Lemonaid, ChariTea und BRLO für die Unterstützung des Community-Abends.

🇪🇺 Die Impact Roadshow wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und von der Europäischen Union kofinanziert. Ziel ist es, nachhaltige Innovationen sichtbar zu machen, Gründer:innen zu vernetzen und den Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft aktiv zu unterstützen.

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