Impact, der skaliert: Wie SOCHILI soziales Unternehmertum im FMCG neu denkt
Kann eine Chilisauce die Welt verändern? Moritz Eveding zeigt mit SOCHILI, wie soziales Unternehmertum im FMCG-Sektor funktionieren kann. Durch direkte Partnerschaften mit Farmer*innen im Senegal verbindet er wirtschaftlichen Erfolg mit echtem Impact.
J. Fischer
05 May 2026
Impact Roadshow

Impact, der skaliert: Eine aufstrebende FMCG-Marke im Fokus
Wie lässt sich wirtschaftlicher Erfolg mit echtem gesellschaftlichem Mehrwert verbinden? Dieser Frage widmet sich Moritz Eveding, Social Entrepreneur und Gründer von SOCHILI. In seinem Vortrag gibt er Einblicke in den Aufbau seiner Marke, die im FMCG-Sektor angesiedelt ist und dabei konsequent auf ein sogenanntes „Boots on the Ground“-Modell setzt: Statt aus der Distanz zu agieren, arbeitet er eng mit Farmer:innen im Senegal zusammen und gestaltet Partnerschaften direkt vor Ort.
Im Mittelpunkt stehen seine persönlichen Learnings aus der Gründungsphase, Herausforderungen beim Aufbau eines impact-orientierten Produkts sowie konkrete Erfolgsfaktoren in der Vermarktung. Seine Vision: eine sozial ausgerichtete Alternative zu etablierten Marken zu schaffen und zu zeigen, dass Impact auch im Massenmarkt funktionieren kann.
Neben der Founder Story und praxisnahen Best Practices bietet das Event Raum für Austausch – inklusive offener Q&A-Session mit der Community. Die folgenden Interviewfragen und Antworten aus dem Event greifen diese Themen vertiefend auf und geben weitere Einblicke in die Verbindung von Unternehmertum und sozialer Wirkung.

Was ist die Idee hinter deinem Unternehmen?
Wir verbinden zwei große Probleme: Armut und fehlender Zugang zu Strom im globalen Süden. Unsere Lösung ist bewusst einfach gehalten: Ein Produkt = ein Tag Strom. Diese Klarheit ist entscheidend, denn Menschen müssen sofort verstehen, welchen Impact ihr Kauf hat.
Warum ausgerechnet Chili-Soßen als Produkt?
Die Leidenschaft kam zuerst. e in Mexiko gelebt und liebe Chilis. Aber ich wollte kein Unternehmen ohne Sinn gründen. Also habe ich lange nach einem Purpose gesucht und dann bewusst ein Produkt gewählt, das sich gut skalieren lässt und gleichzeitig Wirkung erzeugt.
Wie genau erzeugt ihr Impact vor Ort?
Wir arbeiten direkt mit einer Frauenkooperative im Senegal zusammen und setzen auf fairen, biologischen Handel. Zusätzlich finanzieren wir mit jedem verkauften Produkt Stromzugang: Installation, ein Jahr Nutzung und Workshops. Wichtig ist mir: Wir schaffen keine Abhängigkeit. Nach einem Jahr sollen die Familien den Strom selbst bezahlen können.
Was verändert Strom konkret im Alltag der Menschen?
Strom ist ein echter Katalysator. Familien starten kleine Businesses, z. B. eine Eisproduktion. Kinder können abends lernen. Eine Mutter hat uns erzählt, dass ihre Kinder jetzt endlich zur gleichen Zeit ins Bett gehen können, weil sie nicht mehr nacheinander bei Handylicht Hausaufgaben machen müssen.
Wie messt ihr euren Impact?
Relativ pragmatisch: Wir erfassen Daten vor und nach einem Jahr – Einkommen, Gesundheit, Lebenssituation. Das ist nicht perfekt, aber wichtig ist, überhaupt zu starten und messbar zu machen, was passiert.

Wie habt ihr es geschafft, den Markt zu erschließen?
Am Anfang dachte ich: Direct-to-Consumer reicht. Aber Marketing ist extrem teuer. Der Wendepunkt war B2B, vor allem Firmengeschenke.
Unternehmen suchen sinnvolle Geschenke, und wir bieten etwas, das direkt zu ihrem Purpose passt. Das ist aktuell unser stärkster Wachstumstreiber.
Was sind deine wichtigsten Go-to-Market Learnings?
- Retail klingt attraktiv, ist aber extrem hart, vor allem langfristig im Regal zu bleiben
- Große Hebel entstehen über wenige Entscheider*innen
- Timing und Netzwerk sind entscheidend, viele Deals dauern Jahre
- Und: Man muss sein Produkt ehrlich bewerten und den richtigen Kanal finden
Wie wichtig ist Storytelling für euren Erfolg?
Extrem wichtig. Menschen kaufen nicht nur ein Produkt, sondern eine Geschichte und ein Gefühl. Wenn sie verstehen, was ihr Kauf bewirkt, entsteht echte Verbindung.
Ist Social Business wirtschaftlich tragfähig?
Es ist ein Balanceakt. Viele Impact-Founder brennen aus, weil sie sich selbst zurückstellen. Aber: Ohne wirtschaftlichen Erfolg gibt es auch keinen Impact. Beides muss zusammen funktionieren.
Was würdest du anderen Gründer*innen raten?
- Denkt Impact von Anfang an strukturiert
- Haltet euer Modell so einfach wie möglich
- Sucht starke Partner*innen statt alles allein zu machen
- Und: Geht raus, sprecht mit Menschen – viele Chancen entstehen genau dort
Worauf kommt es beim Aufbau eines Impact-Unternehmens wirklich an?
Auf Glaubwürdigkeit und Durchhaltevermögen. Vor allem im globalen Süden gilt: Versprich nur das, was du auch halten kannst. Vertrauen ist die wichtigste Währung.
Für weitere Events rund um Social Business, Impact-Gründung und echte Wirkung, schau doch auf unserer Impact Roadshow Seite vorbei – zum Mitmachen, Vernetzen und Weiterdenken.
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