Koalitionsvertrag 2025: Mogelpackung für Start-ups & Klima?
Der neue Koalitionsvertrag 2025 zwischen CDU/CSU und SPD trägt den Titel „Verantwortung für Deutschland“ – doch wo bleibt die Verantwortung für Klima, Innovation und nachhaltige Start-ups? Während wirtschaftliche Stabilität und Digitalisierung im Vordergrund stehen, bleiben zentrale Zukunftsthemen wie Klimaschutz und gezielte Start-up-Förderung auf der Strecke.
J. Fischer
05 May 2026
News
Klima

Koalitionsvertrag 2025: Mogelpackung Nachhaltigkeit?
Der Koalitionsvertrag 2025 zwischen CDU/CSU und SPD, betitelt mit „Verantwortung für Deutschland“, markiert einen politischen Richtungswechsel. Während wirtschaftliche Stabilität und Bürokratieabbau im Fokus stehen, bleiben konkrete Maßnahmen für nachhaltige Start-ups und den Klimaschutz hinter den Erwartungen zurück. Kritiker*innen sprechen von einer Mogelpackung: Viel Rhetorik, wenig Substanz. Was das für die Gründerszene und die ökologische Transformation bedeutet, beleuchten wir im Detail:
🏛️ Wirtschaft und Steuern
Die Koalition plant eine Senkung der Körperschaftsteuer ab 2028, um Unternehmen zu entlasten. Zudem sollen Überstunden steuerlich begünstigt werden. Ein Investitionspaket von 500 Milliarden Euro über zwölf Jahre ist vorgesehen, insbesondere für Bildung, Wirtschaft und Städtebau.
Ein interessanter Lichtblick für Gründer*innen: Die Möglichkeit, ein Unternehmen binnen 24 Stunden digital zu gründen, soll laut CDU durch eine zentrale Plattform für alle Gründungsformalitäten Realität werden. Das klingt vielversprechend – bleibt aber stark abhängig von der digitalen Umsetzungsgeschwindigkeit und den Behörden.
💻 Digitalisierung
Die Einführung eines Digitalministeriums wird als zentrale Strukturmaßnahme hervorgehoben. Die "Deutschland-ID" soll Verwaltungsprozesse deutlich vereinfachen – ein Ziel, das sowohl die CDU als auch der Koalitionsvertrag betonen. Für Start-ups bedeutet das potenziell: Weniger Papierkram, mehr Fokus auf Innovation.
🌎 Klima und Energie
Die neue Koalition bekennt sich zur Klimaneutralität bis 2045. Allerdings wurde der Kohleausstieg auf frühestens 2038 verschoben, abhängig vom Ausbau steuerbarer Gaskraftwerke. Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch soll bis 2030 auf 80 % steigen – durch beschleunigten Ausbau von Wind- und Solarenergie.

🌱 Kritikpunkte aus Sicht nachhaltiger Start-ups
- Keine gezielten Programme für Start-ups mit nachhaltigen Geschäftsmodellen
- Unklare Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele im Gründerbereich
- Die Digitalstrategie lässt offen, wie explizit nachhaltige Innovationen gefördert werden

✅ Empfehlungen für eine nachhaltige Start-up-Förderung
- Förderprogramme, die gezielt auf grüne Geschäftsmodelle abzielen
- Berücksichtigung von Nachhaltigkeit bei öffentlichen Vergaben
- Konkrete Indikatoren und Zeitpläne für Klimaschutzmaßnahmen im Start-up-Umfeld
Der Koalitionsvertrag 2025 setzt wichtige Akzente bei wirtschaftlicher Stabilität und Digitalisierung. Doch wer den wirtschaftlichen Wandel wirklich gestalten will, darf die Start-up-Szene nicht nur am Rand erwähnen.
Start-ups sind nicht nur Innovationsmotoren – sie sind der Ursprung neuer Märkte, Geschäftsmodelle und Technologien. Sie schaffen Arbeitsplätze von morgen, treiben nachhaltige Lösungen voran und machen unsere Wirtschaft resilienter. Um ihr volles Potenzial zu entfalten, brauchen Start-ups mehr als wohlklingende Absichtserklärungen: Sie brauchen konkrete Fördermaßnahmen, bessere Rahmenbedingungen und eine Politik, die unternehmerischen Mut belohnt.
Die Hoffnung bleibt, dass die Bundesregierung in der Umsetzung nachschärft und erkennt:
Wer die Zukunft der Wirtschaft sichern will, muss die Zukunftsunternehmen von heute konsequent stärken.
*Transparenz-Hinweis: Wir setzen uns dafür ein, wirtschaftspolitische Entwicklungen verständlich und praxisnah aufzubereiten. Trotzdem gilt: Die hier dargestellten Informationen basieren auf dem aktuellen Stand unserer Recherchen und sind ohne Gewähr. Viele der genannten Maßnahmen befinden sich noch in der politischen Diskussion und müssen noch innerhalb der Koalition abgestimmt werden.
Weitere Artikel

Sourcing & Supply Chain für Impact Brands
Wie gelingt nachhaltiges Wachstum, ohne dabei an Lieferketten und operativen Risiken zu scheitern? Beim Lunch & Learn mit Michelle Calios drehte sich alles um strategischen Einkauf, resiliente Supply Chains und die Herausforderungen wachsender Impact Startups. Die Session zeigte, warum professionelle Strukturen, starke Lieferantenbeziehungen und aktives Risikomanagement entscheidend sind, um gesellschaftliche Wirkung langfristig erfolgreich zu skalieren.

Impact, der skaliert: Wie SOCHILI soziales Unternehmertum im FMCG neu denkt
Kann eine Chilisauce die Welt verändern? Moritz Eveding zeigt mit SOCHILI, wie soziales Unternehmertum im FMCG-Sektor funktionieren kann. Durch direkte Partnerschaften mit Farmer*innen im Senegal verbindet er wirtschaftlichen Erfolg mit echtem Impact.
.png)
Grundlagen für dein nachhaltiges Textil Startup
Die Textilindustrie gehört zu den Ressourcen intensivsten Branchen. Sie verursacht weltweit rund 2–8 % der globalen CO₂-Emissionen, zählt zu den größten industriellen Wasser Verbrauchern und ist ein zentraler Treiber von Mikroplastik. Allein in der EU entstehen durch Textilkonsum im Schnitt 355 kg CO₂ pro Person und Jahr.Und gleichzeitig gibt es eine neue Generation an Startups, die es besser machen möchte. Nachhaltiger produzieren, bewusster sourcen, fairer arbeiten. Doch wo beginnt man, wenn man ein Textilprodukt entwickeln möchte, das wirklich zukunftsfähig ist?
.png)
Echte Role Models: Gründung als Eltern
Ein eigenes Business starten – und gleichzeitig Familie leben? Für viele klingt das wie ein Balanceakt auf dem Drahtseil. Doch immer mehr Eltern entscheiden sich genau dafür: Sie gründen nicht trotz, sondern wegen ihrer Kinder. Denn Eltern denken weiter. Sie bauen nicht nur ein Unternehmen auf – sie gestalten eine Zukunft mit Sinn, Flexibilität und Haltung. Gleichzeitig stoßen sie aber auf Hürden, die andere Gründer*innen oft nicht kennen: fehlender Mutterschutz, finanzielle Unsicherheit, strukturelle Lücken. Zeit, Klartext zu sprechen: Was gilt für Gründer*innen mit Kind – und was ist möglich?
.png)
CSR: Dein Startup von Anfang an verantwortungsvoll aufstellen
Gerade in der Gründungsphase ist vieles in Bewegung – Vision, Finanzierung, Produktentwicklung. Doch wer Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung (Corporate Social Responsibility, kurz CSR) von Anfang an mitdenkt, schafft nicht nur Vertrauen bei Kundinnen, Partnern und Investorinnen, sondern legt das Fundament für ein zukunftsfähiges, glaubwürdiges Business. 💡

SIRPLUS bringt überschüssige Lebensmittel zurück in den Kreislauf
SIRPLUS bringt überschüssige Lebensmittel zurück in den Kreislauf – über einen einzigartigen Onlineshop mit kuratiertem Sortiment. Gemeinsam mit Euch retten wir Essen, schützen das Klima und schaffen echte Veränderung!

Neue europäische Verpackungsordnung
Seit 11. Februar 2025 ist die neue EU-Verpackungsverordnung „Packaging and Packaging Waste Regulation“, kurz PPWR, in Kraft. Die Verordnung bringt große Fortschritte für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und umweltfreundliche Verpackungen. Sie sorgt für einheitliche Regeln in ganz Europa, um Verpackungsmüll zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.

Winter-Offsite im Bayerischen Wald
Mitten im Bayerischen Wald, in der idyllischen Schnitzmühle, trafen sich vom 20. bis 23. Februar die Gründer:innen unserer Startups for Tomorrow. In Tiny Houses, umgeben von Natur, entstand die perfekte Kulisse für tiefe Gespräche, frische Ideen und darüber, wie der Verein sich 2025 weiterentwickelt.