RE-SHIRT: Textildrucke, die sich auswaschen lassen
Die Gründer:innen von RE-SHIRT haben die erste Textildrucktechnik der Welt erfunden, die sich wieder auswaschen lässt. Diese Technologie ermöglicht Firmen, Teams und inzwischen auch Endverbraucher:innen, sich einerseits spezifisch für Events zu kleiden, und andererseits die Umwelt zu schonen. Auch auf unserem SFT Festival 2024 kamen sie in Partnerschaft mit Salzwasser zum Einsatz.
J. Fischer
05 May 2026
Fair Fashion
Konsum

Wer einen genauen Blick in die Altkleidermengen in Europa wirft – pro Kopf und Jahr sind es 15kg, die entsorgt werden – stellt etwas Erstaunliches fest: von den 10% bedruckten Textilien ist ein wesentlicher Anteil so gut wie ungetragen. Gute T-Shirts oder Hoodies aus inzwischen oft sogar ökologischen Materialien, die offenbar aufgrund des Prints aussortiert wurden, landen in den Containern.
Auf persönlicher Ebene kennt es jede:r: Das Shirt vom letzten Team-Event schlummert im Schrank und findet doch bei der allmorgendlichen Outfitwahl keine Beachtung. Der Griff geht zum blanko Hoodie oder auf jeden Fall zur Klamotte, die nicht veranstaltungsspezifisch bedruckt ist.
Alles daran ist verständlich: Auf der einen Seite, dass das Event bedruckte Textilien braucht – es geht darum, ein Team im selben Look zu vereinen, einen Spirit zu schaffen, Menschen ansprechbar zu machen und nicht zuletzt selbstredendes Bildmaterial des Festivals oder der Konferenz zu generieren. Und auf der anderen Seite, dass es allerhand Anziehsachen gibt, die besser in den Alltag passen, als das letzte Event-Shirt.
Und doch wird das Ganze zum ökologischen Problem, wenn man weiß dass ein einzelnes Baumwollshirt in der Herstellung 3000 Liter Wasser verschlingt. Das ist für den einmaligen Gebrauch schlicht zu viel, von den anderen involvierten Ressourcen, Transportwegen oder auch den vielleicht 249 weiteren Personen im Team haben wir dann noch nicht einmal gesprochen.

Der richtige Print für den wichtigen Moment
Emmy Schumacher und Anna Hadzelek haben die weltweit erste Textildrucktechnik entwickelt, die sich wieder auswaschen lassen. Gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt hat das Produkt 2023 Marktreife erlangt, seither krempelt das kleine Team die Textildruckindustrie um – denn ohne entscheidende Mehrkosten oder Aufwände reduzieren sie die Umweltkosten um mindestens die Hälfte.
Entschieden verlängerte Lebensdauer der Textilien ist der eine Punkt, der hier den Unterschied macht. Nach dem Event können die Textilien zusammen mit der ganz normalen Wäsche in die Maschine, der Print verschwindet und es verbleibt eine blanko Klamotte oder eine mit schlichtem Branding des Kunden – je nach Bedarf.
Der andere Punkt liegt etwas verborgen: Bedruckte Textilien sind für das Faserrecycling ungeeignet. Aus diesem Grund werden diejenigen gut erhaltenen bedruckten Shirts nicht nur nicht weitergetragen oder in Vintage Segmente zurückgeführt, sondern per Downcycling zu Malervlies oder Dämm-material.
Simples Umdenken – schlaues Geheimnis
Wer sind die Kund*innen von RE-SHIRT? Oder anders gefragt: Welches Mindset passt zu diesem Produkt, das so viel flüchtiger ist, als seine Konkurrenz? Niet- und nagelfestes Branding für die Ewigkeit ist ein verbreiteter Anspruch, geht es um Merch und Beschaffung. Die Entscheidung für einen verschwindenden Aufdruck erfordert neben dem Bewusstsein für den eigenen Bedarf ein ressourcenorientiertes Mindset und einen ehrlichen Draht zu den eigenen Mitarbeitenden.
Das schöne Beispiel aus unseren eigenen Reihen: unser SFT Festival im September 2024 in München. Mit tatkräftigem Support von Salzwasser, die unserem Team ihre hochwertigen T-Shirts zur Verfügung gestellt haben, und den Prints von RE-SHIRT wurde genau das geschaffen, was gute Kreislaufwirtschaft will. Das perfekte Team-Shirt für den Tag, und nach der Wäsche ein hochwertiger Begleiter für die (fast) Ewigkeit. Mindestens 45.000 Liter Wasser wurden hier durch den Shift vom Single-Use zum zirkulären Produkt eingespart.
War nicht am Anfang auch die Rede von Endverbraucher:innen?
Goldrichtig. Neben dem B2B Angebot, das Dank größerer Stückzahlen über einen echt signifikanten Umwelthebel verfügt, gibt es RE-SHIRTs auch für private Kontexte. Der B2C Pilot des StartUps adressiert sich an Junggesell:innenabschiede, die so etwas sind wie die Mutter aller vergänglichem Events. Eine 10-köpfige Crew spart durch die Wahl von RE-SHIRT 15.000 Liter Wasser im Vergleich zum für immer bedruckten single use Produkt, und freut sich danach an einem schwarzen oder rosé Shirt. Zeitnah sollen auch komplett individualisierbare Lösungen in Einzelstückzahlen verfügbar sein.

Möglich macht all das eine Siebdruckpaste, die als einzige auf pflanzlicher Basis besteht und dadurch auswaschbar bleibt, und ihre on top in der Patentierung befindliche, völlig neuartige Rezeptur. Alles weitere sei hier einfach mal verheimlicht, außer: diese Lösung funktioniert ohne ein Fünkchen Verzicht. Auf Corporate Events, Teamtagen oder der nächsten Konferenz.
Weitere Artikel

Impact, der skaliert: Wie SOCHILI soziales Unternehmertum im FMCG neu denkt
Kann eine Chilisauce die Welt verändern? Moritz Eveding zeigt mit SOCHILI, wie soziales Unternehmertum im FMCG-Sektor funktionieren kann. Durch direkte Partnerschaften mit Farmer*innen im Senegal verbindet er wirtschaftlichen Erfolg mit echtem Impact.
.png)
Grundlagen für dein nachhaltiges Textil Startup
Die Textilindustrie gehört zu den Ressourcen intensivsten Branchen. Sie verursacht weltweit rund 2–8 % der globalen CO₂-Emissionen, zählt zu den größten industriellen Wasser Verbrauchern und ist ein zentraler Treiber von Mikroplastik. Allein in der EU entstehen durch Textilkonsum im Schnitt 355 kg CO₂ pro Person und Jahr.Und gleichzeitig gibt es eine neue Generation an Startups, die es besser machen möchte. Nachhaltiger produzieren, bewusster sourcen, fairer arbeiten. Doch wo beginnt man, wenn man ein Textilprodukt entwickeln möchte, das wirklich zukunftsfähig ist?
.png)
Echte Role Models: Gründung als Eltern
Ein eigenes Business starten – und gleichzeitig Familie leben? Für viele klingt das wie ein Balanceakt auf dem Drahtseil. Doch immer mehr Eltern entscheiden sich genau dafür: Sie gründen nicht trotz, sondern wegen ihrer Kinder. Denn Eltern denken weiter. Sie bauen nicht nur ein Unternehmen auf – sie gestalten eine Zukunft mit Sinn, Flexibilität und Haltung. Gleichzeitig stoßen sie aber auf Hürden, die andere Gründer*innen oft nicht kennen: fehlender Mutterschutz, finanzielle Unsicherheit, strukturelle Lücken. Zeit, Klartext zu sprechen: Was gilt für Gründer*innen mit Kind – und was ist möglich?
.png)
CSR: Dein Startup von Anfang an verantwortungsvoll aufstellen
Gerade in der Gründungsphase ist vieles in Bewegung – Vision, Finanzierung, Produktentwicklung. Doch wer Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung (Corporate Social Responsibility, kurz CSR) von Anfang an mitdenkt, schafft nicht nur Vertrauen bei Kundinnen, Partnern und Investorinnen, sondern legt das Fundament für ein zukunftsfähiges, glaubwürdiges Business. 💡

SIRPLUS bringt überschüssige Lebensmittel zurück in den Kreislauf
SIRPLUS bringt überschüssige Lebensmittel zurück in den Kreislauf – über einen einzigartigen Onlineshop mit kuratiertem Sortiment. Gemeinsam mit Euch retten wir Essen, schützen das Klima und schaffen echte Veränderung!

Koalitionsvertrag 2025: Mogelpackung für Start-ups & Klima?
Der neue Koalitionsvertrag 2025 zwischen CDU/CSU und SPD trägt den Titel „Verantwortung für Deutschland“ – doch wo bleibt die Verantwortung für Klima, Innovation und nachhaltige Start-ups? Während wirtschaftliche Stabilität und Digitalisierung im Vordergrund stehen, bleiben zentrale Zukunftsthemen wie Klimaschutz und gezielte Start-up-Förderung auf der Strecke.

Neue europäische Verpackungsordnung
Seit 11. Februar 2025 ist die neue EU-Verpackungsverordnung „Packaging and Packaging Waste Regulation“, kurz PPWR, in Kraft. Die Verordnung bringt große Fortschritte für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und umweltfreundliche Verpackungen. Sie sorgt für einheitliche Regeln in ganz Europa, um Verpackungsmüll zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.

Winter-Offsite im Bayerischen Wald
Mitten im Bayerischen Wald, in der idyllischen Schnitzmühle, trafen sich vom 20. bis 23. Februar die Gründer:innen unserer Startups for Tomorrow. In Tiny Houses, umgeben von Natur, entstand die perfekte Kulisse für tiefe Gespräche, frische Ideen und darüber, wie der Verein sich 2025 weiterentwickelt.