Zuhause richtig Müll trennen

Für hohe Recyclingquoten und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist die richtige Mülltrennung in privaten Haushalten essentiell. Wir wollen daher über häufige Irrtümer bei der Trennung von Abfällen aufklären.♻️

J. Fischer

05 May 2026

Konsum

Haushalt

Alltag

Mülltrennung Zuhause: so geht es richtig

Warum muss ich Müll Zuhause schon richtig sortieren?

Jedes Jahr fallen run 40 Millionen Tonnen Müll in deutschen Haushalten an – ein Großteil davon Verpackungen: egal ob Pappe, Kunststoff oder Glas – die Vermeidung von Verpackungsmüll steht an erster Stelle. Erst dann folgt das Trennen. Um aus dem Hausmüll hochwertiges Recyclingmaterial (sogenannte „Recyclate“) herstellen zu können, muss der Müll möglichst wenig verschmutzt sein. Deshalb beginnt effizientes Recycling schon im Haushalt. Jede:r kann hier einen wichtigen Beitrag zu einer effizienteren Nutzung unserer Ressourcen leisten. 🌱 🗑️ ♻️

Unser Mülltrennungs-Guide zeigt dir, wie es geht:

1. Wertstoffe

In die Gelbe Tonne bzw. den Gelben Sack kommt Verpackungsmüll, aber kein Glas und Papier. Ökologisch sinnvoll ist es, hier auch andere Produkte aus Kunststoff und Metall zu entsorgen, wie kaputte Pfannen oder Plastikeimer. Offiziell erlaubt ist dies nur bei der sogenannten Wertstofftonne. Diese muss nach Meinung des NABU bundesweit eingeführt werden.

Das kommt rein:

  • Kunststoff
  • Alu
  • Weißblech
  • Materialverbunde wie Getränkekartons

Das ist zu beachten:

  • Joghurtbecher und andere Verpackungen müssen nicht ausgewaschen werden, löffelrein reicht.
  • Bei Kombinationen von Papier und Plastik oder Alu und Plastik Bestandteile möglichst getrennt entsorgen (Joghurtbecher, Brötchentüten mit Sichtfenster, Werbeprospekte in Plastikhüllen usw.).
  • Bei vielen Verpackungen sind auch unterschiedliche Plastikfolien verklebt, z.B. bei Käse- und Wurstverpackungen. Hier ist es wichtig, Schale und Deckel zu trennen, damit die Sortiermaschine auch beide Materialien getrennt erkennen kann.
  • KEINE Elektrogeräte über den Hausmüll entsorgen, auch nicht in der Wertstofftonne!

2. Glas

Getrennt gesammeltes Glas und Papier kann zu fast 100 Prozent recycelt werden – und das immer wieder ohne große Qualitätsverluste. In den meisten Glasflaschen stecken daher auch schon hohe Anteile an Recyclingglas.Dafür muss Glas aber ordentlich nach Farben getrennt und in die passenden Sammelbehälter für Weiß-, Braun- und Grünglas einsortiert werden. Blaues und gelbes Glas können über den Sammelbehälter für Grünglas entsorgt werden. Braun und weiß müssen farbrein bleiben. Bei weißem Glas dürfen zum Beispiel wohl nur drei von 1000 Flaschen eine andere Farbe hat.

Das kommt rein:

  • Glasflaschen und Einweggläser (für Lebensmittel -oder Drogerieerzeugnisse; am besten ohne Deckel)

Das kommt nicht rein:

  • Trinkgläser und Fensterglas (stören das Recycling wegen anderer Zusammensetzung und höherem Schmelzpunkt)
  • Blei- und Kristallglas, Spiegelglas (Flachglas)
  • Vasen, Porzellan, Keramik
  • Glühbirnen

Das ist zu beachten:

  • Verschlüsse aus Alu oder Plastik gehören in die Wertstofftonne
  • Gläser und Glasflaschen müssen vor der Entsorgung geleert, aber nicht gespült werden.

3. Papier

Das kommt rein:

  • Papier
  • Pappe
  • Karton

Das ist zu beachten:

  • Thermopapier (z.B. weiße, glatte Kassenzettel oder Fahrkarten) muss in den Restmüll, nur die neuen blauen Papiere für zum Beispiel Kassenbons dürfen und sollen ins Altpapier.
  • Stark beschichtete Papiere wie Backpapier, To-Go-Becher und To-Go-Verpackungen gehören in den Restmüll bzw. die Gelbe Tonne/Wertstofftonne.
  • Getränkekartons und andere Papierverbunde mit Kunststoff oder Alu gehören in die Gelbe Tonne/Wertstofftonne.
  • Wenn man eine Papierverpackung mit Kunststoffbeschichtung (zum Beispiel Tiefkühlverpackungen oder Papierbeutel) sehr einfach einreißen kann und keine dicke Laminierung erkennbar ist, kann die Verpackung in der Regel ins Altpapier – gut ist es, wenn ein Entsorgungshinweis auf der Verpackung abgedruckt ist.
  • Bei Kombinationen von Papier und Plastik die Bestandteile möglichst getrennt entsorgen (z.B. Brötchentüten mit Sichtfenster oder Werbeprospekten in Plastikhüllen).

4. Biomüll

Wer kennt es nicht - zu viel eingekauft, zu viel gekocht und die Reste landen im Müll. Zurück bleibt ein schlechtes Gewissen trotz guter Vorsätze. Im Durchschnitt wirft jede*r Deutsche rund 80kg Lebensmittel im Jahr weg! Mit Foodsharing kannst du deine Lebensmittel vor dem Verfall an soziale Einrichtungen oder andere Personen abgeben. Win Win!Bioabfall ist ein bedeutender Rohstoff für die Biogasgewinnung und ein wertvoller Kompostlieferant. Das Potenzial in Deutschland ist noch sehr groß: Circa 40 Prozent des Inhalts der Restmülltonne würde eigentlich in die Biotonne gehören. Gerade bei der Energiegewinnung sind Bioabfälle eine ökologisch sinnvolle Alternative zu den extra angebauten Energiepflanzen wie zum Beispiel Mais.

Das kommt rein:

  • Küchenabfälle
  • Grünabfälle

Das ist zu beachten:

  • Schalen, Reste, Kerne von Obst, Gemüse und Nüssen
  • Kaffeesatz und loser Tee
  • Essenreste - auch Gekochtes, Fleisch, Knochenreste, Fischgräten; Käserinden
  • nicht mehr essbare und verschimmelte Lebensmittel ohne Verpackung
  • Blumen, Gartenabfälle, Grün- und Strauchschnitt, Laub

6. Restmüll

Mülldeponien, wie sie früher üblich waren, sind in Deutschland seit Juni 2005 verboten. Unser Restmüll wird verbrannt und die dabei freigesetzte Wärme zur Energiegewinnung genutzt („energetische bzw. thermische Verwertung“). In der Regel können hierbei nur Metalle zurückgewonnen werden. Aktuell wird sogar Müll nach Deutschland importiert, um einzelne Müllverbrennungsanlagen auszulasten und Verbrennen ist für die Kommunen oft wirtschaftlicher als Recyceln. Ökologisch sinnvoller wäre es, wenn der Müll erst so oft wie möglich wiederverwendet wird, bevor er unter Energiegewinnung verbrannt wird.

Das kommt rein:

  • Alle anderen, nicht verwertbaren Stoffe, die keine Problemstoffe sind.

7. Sondermüll

Es gibt auch Müll, der gar nicht in den Hausmüll gehört – egal welche Tonne: Einige Gegenstände werden aufgrund der enthaltenen Schadstoffe nicht in den üblichen Mülltonnen gesammelt, sondern müssen z.B. zum Wertstoffhof oder anderen Sammelstellen gebracht werden:

  • Batterien werden überall, wo sie verkauft werden, zurückgenommen. Auch für Energiesparlampen gibt es in vielen Läden kostenlose Rückgabemöglichkeiten.
  • Medikamente dürfen auf keinen Fall über die Toilette oder das Waschbecken entsorgt werden, sondern werden von vielen Apotheken und allen Schadstoffsammelstellen der Entsorgungsunternehmen gesammelt. Sonst: Medikamente in den Restmüll und Verpackung in die entsprechende Tonne!
  • Für Korken und Handys gibt es in vielen Orten spezielle Sammelaktionen.
  • Sperrmüll wie z.B. Möbel, Altholz und Bauholz gehören nicht in den Hausmüll. Sie werden von Wertstoff- bzw. Recyclinghöfen entgegengenommen. Holz und Möbel, die auf dem Wertstoffhof landen, werden allerdings in der Regel verbrannt. Ökologisch sinnvoll ist, alles, was noch nutzbar ist, wieder herzurichten und weiterzuverwenden.  Alles, was repariert werden kann, gehört nicht in den Müll.

Reduce, reuse, recycle ♻️

Quelle: nabu.de

Weitere Artikel

Moritz Eveding auf der Bühne bei einem Vortrag zu SOCHILI und skalierbarem Impact

Impact, der skaliert: Wie SOCHILI soziales Unternehmertum im FMCG neu denkt

Kann eine Chilisauce die Welt verändern? Moritz Eveding zeigt mit SOCHILI, wie soziales Unternehmertum im FMCG-Sektor funktionieren kann. Durch direkte Partnerschaften mit Farmer*innen im Senegal verbindet er wirtschaftlichen Erfolg mit echtem Impact.

28 Apr 2026

Impact, der skaliert: Wie SOCHILI soziales Unternehmertum im FMCG neu denkt

Grundlagen für dein nachhaltiges Textil Startup

Die Textilindustrie gehört zu den Ressourcen intensivsten Branchen. Sie verursacht weltweit rund 2–8 % der globalen CO₂-Emissionen, zählt zu den größten industriellen Wasser Verbrauchern und ist ein zentraler Treiber von Mikroplastik. Allein in der EU entstehen durch Textilkonsum im Schnitt 355 kg CO₂ pro Person und Jahr.Und gleichzeitig gibt es eine neue Generation an Startups, die es besser machen möchte. Nachhaltiger produzieren, bewusster sourcen, fairer arbeiten. Doch wo beginnt man, wenn man ein Textilprodukt entwickeln möchte, das wirklich zukunftsfähig ist?

10 Feb 2026

Grundlagen für dein nachhaltiges Textil Startup
(Un)vereinbar? Gründen mit Kind

Echte Role Models: Gründung als Eltern

Ein eigenes Business starten – und gleichzeitig Familie leben? Für viele klingt das wie ein Balanceakt auf dem Drahtseil. Doch immer mehr Eltern entscheiden sich genau dafür: Sie gründen nicht trotz, sondern wegen ihrer Kinder. Denn Eltern denken weiter. Sie bauen nicht nur ein Unternehmen auf – sie gestalten eine Zukunft mit Sinn, Flexibilität und Haltung. Gleichzeitig stoßen sie aber auf Hürden, die andere Gründer*innen oft nicht kennen: fehlender Mutterschutz, finanzielle Unsicherheit, strukturelle Lücken. Zeit, Klartext zu sprechen: Was gilt für Gründer*innen mit Kind – und was ist möglich?

13 Jan 2026

Echte Role Models: Gründung als Eltern
CSR im Blick: Gratis Checkliste für nachhaltige Gründer*innen

CSR: Dein Startup von Anfang an verantwortungsvoll aufstellen

Gerade in der Gründungsphase ist vieles in Bewegung – Vision, Finanzierung, Produktentwicklung. Doch wer Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung (Corporate Social Responsibility, kurz CSR) von Anfang an mitdenkt, schafft nicht nur Vertrauen bei Kundinnen, Partnern und Investorinnen, sondern legt das Fundament für ein zukunftsfähiges, glaubwürdiges Business. 💡

06 Jan 2026

CSR: Dein Startup von Anfang an verantwortungsvoll aufstellen
SIRPLUS – Food retten war noch nie so sinnvoll.

SIRPLUS bringt überschüssige Lebensmittel zurück in den Kreislauf

SIRPLUS bringt überschüssige Lebensmittel zurück in den Kreislauf – über einen einzigartigen Onlineshop mit kuratiertem Sortiment. Gemeinsam mit Euch retten wir Essen, schützen das Klima und schaffen echte Veränderung!

18 Jun 2025

SIRPLUS bringt überschüssige Lebensmittel zurück in den Kreislauf
CDU/CSU & SPD: Koalitionsvertrag ohne Nachhaltigkeitsvision?

Koalitionsvertrag 2025: Mogelpackung für Start-ups & Klima?

Der neue Koalitionsvertrag 2025 zwischen CDU/CSU und SPD trägt den Titel „Verantwortung für Deutschland“ – doch wo bleibt die Verantwortung für Klima, Innovation und nachhaltige Start-ups? Während wirtschaftliche Stabilität und Digitalisierung im Vordergrund stehen, bleiben zentrale Zukunftsthemen wie Klimaschutz und gezielte Start-up-Förderung auf der Strecke.

17 Jun 2025

Koalitionsvertrag 2025: Mogelpackung für Start-ups & Klima?
Neue EU-Verpackungsregeln: Herausforderung oder Chance für nachhaltige Unternehmen?

‍Neue europäische Verpackungsordnung

Seit 11. Februar 2025 ist die neue EU-Verpackungsverordnung „Packaging and Packaging Waste Regulation“, kurz PPWR, in Kraft. Die Verordnung bringt große Fortschritte für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und umweltfreundliche Verpackungen. Sie sorgt für einheitliche Regeln in ganz Europa, um Verpackungsmüll zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.

15 Apr 2025

‍Neue europäische Verpackungsordnung
Unsere Gründer:innen – vereint, inspiriert und bereit für die nächsten großen Schritte!

Winter-Offsite im Bayerischen Wald

Mitten im Bayerischen Wald, in der idyllischen Schnitzmühle, trafen sich vom 20. bis 23. Februar die Gründer:innen unserer Startups for Tomorrow. In Tiny Houses, umgeben von Natur, entstand die perfekte Kulisse für tiefe Gespräche, frische Ideen und darüber, wie der Verein sich 2025 weiterentwickelt.

28 Feb 2025

Winter-Offsite im Bayerischen Wald

Bleib mit uns verbunden

Erhalte Neuigkeiten über Events, neue Mitglieder und inspirierende Projekte direkt in dein Postfach.