Greenwashing-Verbot: Wahrheit statt Werbung

Das Europäische Parlament hat eine schärfere Regulierung von Werbung mit Umwelteigenschaften und anderen Aussagen zur Nachhaltigkeit von Produkten beschlossen. Die Regelungen sind Teil des europäischen Green Deals. Sie sollen Verbraucher*innen vor Greenwashing schützen und umweltfreundliche Kaufentscheidungen erleichtern.

J. Fischer

05 May 2026

News

Klima

Mit dem europäischen Green Deal sollen Verbraucher*innen den Durchblick behalten und nachhaltige Kaufentscheidungen treffen können.

Das Ende des Greenwashings?

Die angebliche Klimaneutralität von Produkten ist ein Werbemärchen. Endlich schiebt die EU hier einen Riegel vor und dämmt Greenwashing bei Produkten ein. Denn auf vielen Produkten finden sich Begriffe wie "nachhaltig" oder "klimaneutral" – leider oft ohne Nachweis. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sollen in Zukunft nur solche Nachhaltigkeitssiegel erlaubt sein, "die auf anerkannten Zertifizierungssystemen beruhen oder von Behörden genehmigt wurden".

Die EU-Richtlinie “Empowering Consumers for the Green Transition” verbietet Klimaneutral-Werbung, wenn sie auf Kompensation beruht. Die Regulierung bezieht sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen. Auch Begriffe wie “biologisch abbaubar” oder “biobasiert” werden als allgemeine Umweltaussagen verboten, wenn Unternehmen keine besondere Umweltleistung in Bezug auf die Aussage nachweisen können. Laut Umweltbundesamt ist biobasierter Kunststoff zum Beispiel nicht nachhaltiger als konventionelle Kunststoffe. Einwegprodukte aus biologisch abbaubaren Kunststoffen bieten keine Vorteile gegenüber anderen Einweg-Kunststoffprodukten.

Auch wenn Hersteller*innen technischer Geräte mit einer langen Haltbarkeit ihres Produkte werben wollen, müssen sie dafür künftig einen Beweis erbringen. Auf diese Maßnahmen haben sich Unterhändler*innen des EU-Parlaments und der Mitgliedsländer geeinigt. Nun müssen die EU-Staaten noch formell zustimmen, was als Formsache gilt. Tritt die Richtlinie in Kraft, müssen die Länder sie innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umsetzen.⁠

Hier geht's zum beschlossenen Entwurf.

Den Durchblick behalten im Siegeldschungel.

Fortschritt bei Greenwashing und Nachhaltigkeitssiegeln

Allgemeine Aussagen wie „umweltverträglich“, „klimafreundlich“ oder „nachhaltig“ müssen künftig unmittelbar erläutert werden, etwa auf der Verpackung. Wenn eine solche Erläuterung unterbleibt oder nicht möglich ist, sind Umweltaussagen nur noch im Rahmen gesetzlich regulierter Vorgaben erlaubt – zum Beispiel zur Energieeffizienz, die europarechtlich geregelt ist.

Neue Regelungen für Nachhaltigkeitssiegel

Auch die Umwelteigenschaft, die mit derartigen Siegeln beworben wird, muss künftig von unabhängiger Stelle zertifiziert werden. Damit Verbraucher*innen sich im Siegeldschungel besser zurechtfinden, braucht es weniger Siegel – und diese müssen konkrete Vorgaben und ambitionierte Standards haben. Maßgeblich für nachhaltigere Kaufentscheidungen sind Informationen darüber, wie haltbar ein Produkt ist. Mit der neuen Regelung müssen Händler*innen unter anderem Informationen zu freiwilligen Haltbarkeitsgarantien von mehr als zwei Jahren an Verbraucher*innen weitergeben – allerdings nur dann, wenn Hersteller*innen diese Informationen zur Verfügung stellen. Hersteller*innen müssen verpflichtet werden, die Lebensdauer von Produkten gut sichtbar anzugeben. Daran sollte sich dann die Dauer der Gewährleistung orientieren. Bei Obsoleszenz – also bereits bei der Herstellung von Produkten angelegte kürzere Haltbarkeit oder begrenzte Funktionsfähigkeit – sehen die geplanten Neuregelungen lediglich neue Kommunikationsregeln, etwa Informationspflichten und Werbebeschränkungen vor.

Weitere Gesetzesvorhaben in Planung

Die Hoffnungen für eine wirkungsvolle Weichenstellung hin zu umweltfreundlichem und nachhaltigem Konsum liegen nun auf weiteren Gesetzesvorhaben der Europäischen Kommission: das Recht auf Reparatur, die Ökodesignverordnung für nachhaltige Produkte und die Green-Claims-Richtlinie. Zusätzlich muss die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag versprochenen Vorhaben angehen: Lebensdauer und Reparierbarkeit von Produkten für Verbraucher*innen kenntlich machen und die Gewährleistungsdauer an die Lebensdauer anpassen.    

Quelle: www.foodwatch.org / utopia.de

Weitere Artikel

Moritz Eveding auf der Bühne bei einem Vortrag zu SOCHILI und skalierbarem Impact

Impact, der skaliert: Wie SOCHILI soziales Unternehmertum im FMCG neu denkt

Kann eine Chilisauce die Welt verändern? Moritz Eveding zeigt mit SOCHILI, wie soziales Unternehmertum im FMCG-Sektor funktionieren kann. Durch direkte Partnerschaften mit Farmer*innen im Senegal verbindet er wirtschaftlichen Erfolg mit echtem Impact.

28 Apr 2026

Impact, der skaliert: Wie SOCHILI soziales Unternehmertum im FMCG neu denkt

Grundlagen für dein nachhaltiges Textil Startup

Die Textilindustrie gehört zu den Ressourcen intensivsten Branchen. Sie verursacht weltweit rund 2–8 % der globalen CO₂-Emissionen, zählt zu den größten industriellen Wasser Verbrauchern und ist ein zentraler Treiber von Mikroplastik. Allein in der EU entstehen durch Textilkonsum im Schnitt 355 kg CO₂ pro Person und Jahr.Und gleichzeitig gibt es eine neue Generation an Startups, die es besser machen möchte. Nachhaltiger produzieren, bewusster sourcen, fairer arbeiten. Doch wo beginnt man, wenn man ein Textilprodukt entwickeln möchte, das wirklich zukunftsfähig ist?

10 Feb 2026

Grundlagen für dein nachhaltiges Textil Startup
(Un)vereinbar? Gründen mit Kind

Echte Role Models: Gründung als Eltern

Ein eigenes Business starten – und gleichzeitig Familie leben? Für viele klingt das wie ein Balanceakt auf dem Drahtseil. Doch immer mehr Eltern entscheiden sich genau dafür: Sie gründen nicht trotz, sondern wegen ihrer Kinder. Denn Eltern denken weiter. Sie bauen nicht nur ein Unternehmen auf – sie gestalten eine Zukunft mit Sinn, Flexibilität und Haltung. Gleichzeitig stoßen sie aber auf Hürden, die andere Gründer*innen oft nicht kennen: fehlender Mutterschutz, finanzielle Unsicherheit, strukturelle Lücken. Zeit, Klartext zu sprechen: Was gilt für Gründer*innen mit Kind – und was ist möglich?

13 Jan 2026

Echte Role Models: Gründung als Eltern
CSR im Blick: Gratis Checkliste für nachhaltige Gründer*innen

CSR: Dein Startup von Anfang an verantwortungsvoll aufstellen

Gerade in der Gründungsphase ist vieles in Bewegung – Vision, Finanzierung, Produktentwicklung. Doch wer Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung (Corporate Social Responsibility, kurz CSR) von Anfang an mitdenkt, schafft nicht nur Vertrauen bei Kundinnen, Partnern und Investorinnen, sondern legt das Fundament für ein zukunftsfähiges, glaubwürdiges Business. 💡

06 Jan 2026

CSR: Dein Startup von Anfang an verantwortungsvoll aufstellen
SIRPLUS – Food retten war noch nie so sinnvoll.

SIRPLUS bringt überschüssige Lebensmittel zurück in den Kreislauf

SIRPLUS bringt überschüssige Lebensmittel zurück in den Kreislauf – über einen einzigartigen Onlineshop mit kuratiertem Sortiment. Gemeinsam mit Euch retten wir Essen, schützen das Klima und schaffen echte Veränderung!

18 Jun 2025

SIRPLUS bringt überschüssige Lebensmittel zurück in den Kreislauf
CDU/CSU & SPD: Koalitionsvertrag ohne Nachhaltigkeitsvision?

Koalitionsvertrag 2025: Mogelpackung für Start-ups & Klima?

Der neue Koalitionsvertrag 2025 zwischen CDU/CSU und SPD trägt den Titel „Verantwortung für Deutschland“ – doch wo bleibt die Verantwortung für Klima, Innovation und nachhaltige Start-ups? Während wirtschaftliche Stabilität und Digitalisierung im Vordergrund stehen, bleiben zentrale Zukunftsthemen wie Klimaschutz und gezielte Start-up-Förderung auf der Strecke.

17 Jun 2025

Koalitionsvertrag 2025: Mogelpackung für Start-ups & Klima?
Neue EU-Verpackungsregeln: Herausforderung oder Chance für nachhaltige Unternehmen?

‍Neue europäische Verpackungsordnung

Seit 11. Februar 2025 ist die neue EU-Verpackungsverordnung „Packaging and Packaging Waste Regulation“, kurz PPWR, in Kraft. Die Verordnung bringt große Fortschritte für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und umweltfreundliche Verpackungen. Sie sorgt für einheitliche Regeln in ganz Europa, um Verpackungsmüll zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.

15 Apr 2025

‍Neue europäische Verpackungsordnung
Unsere Gründer:innen – vereint, inspiriert und bereit für die nächsten großen Schritte!

Winter-Offsite im Bayerischen Wald

Mitten im Bayerischen Wald, in der idyllischen Schnitzmühle, trafen sich vom 20. bis 23. Februar die Gründer:innen unserer Startups for Tomorrow. In Tiny Houses, umgeben von Natur, entstand die perfekte Kulisse für tiefe Gespräche, frische Ideen und darüber, wie der Verein sich 2025 weiterentwickelt.

28 Feb 2025

Winter-Offsite im Bayerischen Wald

Bleib mit uns verbunden

Erhalte Neuigkeiten über Events, neue Mitglieder und inspirierende Projekte direkt in dein Postfach.