Mikroplastikverbot in der EU
Durch neue Regeln der EU-Kommission wird in Zukunft die Veräußerung von Mikroplastik untersagt. Die EU möchte so entschiedener gegen Umweltverschmutzung vorgehen und verbietet künftig den Verkauf von Mikroplastik und Produkten, denen es zugesetzt ist. Welche Produkte betroffen sind und wie die neuen Regelungen auf unseren unseren Alltag auswirken werden, erläutern wir in diesem Beitrag.
J. Fischer
05 May 2026
Plastikfrei
News

Schädliche Kunststoffe in der EU verboten
Mit dem Begriff Mikroplastik werden schwer abbaubare, synthetische Polymere mit Größe von weniger als fünf Millimetern bezeichnet. Die Partikel reichern sich in Tieren - einschließlich Fischen und Schalentieren - an und können daher auch in Lebensmittel gelangen. Die neuen Pläne sollen der EU zufolge die Freisetzung von rund einer halben Million Tonnen Mikroplastik in die Umwelt verhindern.
Der Verkauf von Mikroplastik in verschiedensten Bereichen wird in der Europäischen Union (EU) schrittweise verboten. Durch neue Regeln der EU-Kommission wird in Zukunft die Veräußerung von Mikroplastik untersagt. Zudem gebe es auch ein Verkaufsverbot für Produkte, denen Mikroplastik zugesetzt wurde und die dieses bei der Verwendung freisetzen. Das Verbot betrifft demnach etwa Granulatmaterial auf Sportanlagen, Kosmetika wie Peelings oder Glitter sowie Spielzeug und Pflanzenschutzmittel. Die Maßnahmen werden nach und nach umgesetzt: Erste Produkte wie etwa Mikroperlen oder loses Glitter dürfen bereits ab dem 15. Oktober 2023 nicht mehr verkauft werden. In anderen Fällen soll das Verbot dagegen erst in den kommenden Jahren in Kraft treten.
Die größte Quelle für die Freisetzung von zugesetztem Mikroplastik und damit ein enormes Umweltproblem ist laut Kommission das Granulat auf Kunstrasenplätzen und anderen Sportanlagen. Dort soll das Mikroplastik-Verbot nach acht Jahren in Kraft treten - "um den Besitzern und Betreibern von Sportplätzen die Zeit zu geben, auf Alternativen umzusteigen".
42.000 Tonnen Mikroplastik pro Jahr in der EU
Die Kommission will die Verschmutzung von Ozeanen und Umwelt mit Mikroplastik bis 2030 um 30 Prozent reduzieren. "Mikroplastik findet sich in den Meeren, Flüssen und an Land sowie in Lebensmitteln und im Trinkwasser", sagte EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius. Die Beschränkungen könnten einen Beitrag leisten, die Umweltverschmutzung zu verringern. Von den Vorschriften ausgenommen sind Produkte, die an Industriestandorten verwendet werden oder bei der Verwendung kein Mikroplastik freisetzen. Ihre Hersteller müssen jedoch Anweisungen zur Verwendung und Entsorgung des Produkts geben, um Freisetzungen von Mikroplastik zu vermeiden. Auch für Arzneien sowie Lebens- und Futtermittel gibt es bestimme Ausnahmen.
Ab wann das Verkaufsverbot gilt, unterscheidet sich je nach Produkt. So darf schon Mitte Oktober kein loses Glitzer mehr verkauft werden. Auch für Kosmetik mit sogenannten Microbeads tritt das Verbot dann in Kraft – weil deren Nutzung sowieso bereits ausläuft, wie die EU erklärt. Für andere Kosmetikprodukte gilt eine Übergangsfrist von 4-12 Jahren, je nach Produkt. Sportplatzbesitzer:innen haben 8 Jahre Zeit, um auf eine Alternative umzustellen.
Welches Mikroplastik nicht mehr verkauft werden darf
Reines Mikroplastik darf in Zukunft in der EU nicht mehr verkauft werden. Auch wird der Verkauf von Produkten verboten, „denen Mikroplastik bewusst zugesetzt wurde, und die dieses Mikroplastik bei der Verwendung freisetzen". Das Verbot betrifft „alle synthetischen Polymerpartikel unter 5 mm, die organisch, unlöslich und schwer abbaubar sind"
Beispiele für verbotene Produkte
- das Granulat auf Kunstrasenplätzen
- Peelings
- Glitzerschminke
- Weichmacher
- Dünge- und Pflanzenschutzmittel
- Spielzeug
Wichtig: Nicht für sämtliche Produkte der genannten Kategorien gibt es ein Verkaufsverbot, nur für solche, die die genannten Kriterien erfüllen.
Welches Mikroplastik erlaubt bleibt
Erlaubt bleiben Produkte, die an Industriestandorten verwendet werden und solche Produkte, die kein Mikroplastik freisetzen.
Auch Produkte, die Mikroplastik freisetzen, ohne dass dieses gezielt zugesetzt wurde, bleiben erlaubt, z. B. Kompost und Autoreifen.
Auch für lösliche Kunststoffverbindungen gilt das Verbot nicht.
So vermeidest du Mikroplastik

Kaufe Kleidung aus nachhaltigen Materialen wie Baumwolle
Statt Kleidung aus Kunstfasern sollten wir besser Kleidung aus Naturfasern kaufen: Stoffe aus Baumwolle, Wolle, (pflanzlicher) Viskose, Holzfasern (Lyocell, Tencel, Modal), Leinen oder Hanf können bei der Wäsche zwar ebenfalls Fasern verlieren, aber diese sind biologisch abbaubar. Zudem bestehen sie nicht aus Erdöl und sind weniger bedenklich für deine Gesundheit. Selbst Sportkleidung stellen einige Labels aus Naturfasern her. Hier findest du fair produzierte Kleidung.
Verzichte bei Pflegeprodukten oder Kosmetika auf Mikroplastik
Noch immer enthalten viele Peelings kleine Plastikkügelchen, die schlecht aus dem Abwasser gefiltert werden können. Doch auch in Duschgels, Shampoos, Sonnencremes, Lippenstifte, Puder usw. ist oft Plastik enthalten – in Form von flüssigen Kunststoffen. Setze lieber auf plastikfreie und vegane Pflegeprodukte.
Meide Plastikverpackungen
Auch wenn wir unseren Plastikmüll (meistens) trennen – auf verschiedenen Wegen landet Plastik dennoch oft in den Gewässern. Dort zerfällt es mit der Zeit in immer kleinere Teilchen: Mikroplastik. Auf Plastik vollständig zu verzichten ist schwierig, aber in vielen Situationen können wir Kunststoffverpackungen locker meiden: Gemüse und Obst gibt es unverpackt in guten Bioläden, auf dem Wochenmarkt oder in der Ökokiste, Plastiktüten kannst du längst durch Stofftaschen und Netze ersetzen, selbst Käse und Wurst sowie deinen Coffee-to-go bekommst du in wiederverwendenbare Behälter abgefüllt – und Leitungswasser braucht sowieso kein Plastik und mit einer nachhaltigen Trinkflasche aus Glas kannst du deinen Alltag nachhaltig gestalten.
Quelle: tagesschau.de / utopia.de
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