Wohin mit meinen Alttextilien?

13
May 2022
Von
Elisabeth Wagner
Lesezeit
4
Min

Ein Leitfaden für nachhaltigere Entsorgungs- und Wiederverwendungsmöglichkeiten

Laut der kommunalwirtschaft.eu produziert jede:r Deutsche im Schnitt jährlich 4,7 kg Textilabfälle. Das kann verschiedene Gründe haben:

Manchmal kaufen wir uns ein Kleidungsstück, das uns gar nicht richtig passt oder nach kurzer Zeit schon nicht mehr gefällt. Manchmal haben wir einfach Pech und bleiben mit unserem Lieblingsteil irgendwo hängen oder bekommen beim gemütlichen Dinner mit Freunden einen Rotweinfleck. Manchmal tragen wir ein Kleidungsstück aber auch über Jahre, bis es beinahe auseinanderfällt. Doch früher oder später ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir uns dafür entscheiden, Textilien auszusortieren. Dann stellt sich die Frage: Wohin damit? In den Restmüll? In den Altkleidercontainer? Oder vielleicht doch nochmal einen Putzlappen daraus machen?

Das Startup erlich textil hat einen kleinen Leitfaden für nachhaltige Entsorgungs- und Wiederverwendungsmöglichkeiten zusammengestellt und geht dabei auch auf die aktuellen Problematiken des Textilrecyclings ein. Erlich positioniert sich hierbei klar gegen Fast Fashion und für eine möglichst lange Gebrauchsphase eines Kleidungsstücks.

Share, Donate, Reuse, Recycle!

„Nachhaltigkeit endet für uns nicht mit der Herstellung eines Produkts. Sie umfasst auch eine möglichst lange Gebrauchsphase und die richtige Entsorgung oder Wiederverwendung von Produkten am Ende des Lebenszyklus. Aus diesem Grund möchten wir zeigen, an welchen Projekten im Bereich Kreislaufwirtschaft wir gerade arbeiten und ein paar Tipps geben, was du tun kannst, wenn du deine erlich Produkte nicht mehr anziehst oder sie abgetragen sind - Share, Donate, Reuse, Recycle!“

Der Leitfaden beschreibt, dass das Weitergeben und Wiederverwenden von Textilien meist die umweltfreundlichste Lösung ist, da – anders als beim Recycling – dafür keine neuen Ressourcen zum Einsatz kommen. Sollte deine Kleidung also noch gut in Schuss sein, dir aber nicht mehr passen oder gefallen, empfiehlt sich das Weitergeben der Textilien an Freund:innen, Familienmitglieder oder über Flohmärkte und Online-Plattformen. Auch das gezielte Spenden an Hilfsorganisationen, die akut bestimmte Textilien brauchen, empfiehlt erlich textil im eigenen Leitfaden. Textilien, die bereits Gebrauchsspuren aufweisen, können mit etwas Ideenreichtum oftmals noch zu neuen Produkten upcycelt werden.

Kreative Köpfe, die sich Upcyclinglösungen für gebrauchte erlich-Textilien überlegen und diese auf Instagram teilen, bekommen für ihre Mühen einen 15%-Rabattcode für ihre nächste Bestellung. Nachhaltige und kreative Upcyclingideen lohnen sich also!

Doch erlich textil möchte die Verantwortung der Entsorgung von Textilien nicht nur den Konsument:innen überlassen. Aus diesem Grund arbeitet das Startup momentan an einem Take-Back-System für gebrauchte erlich-Produkte. Auch im Hinblick auf die Recyclingfähigkeit und Kompostierbarkeit von Textilien, z.B. nach dem Cradle-to-Cradle-Ansatz, soll in den kommenden Jahren viel passieren. So möchte das Unternehmen zukünftig mehr mit Monomaterialien arbeiten und, wo immer es möglich ist, auf kompostierbare Materialien und Zutaten umstellen.

Auch wenn es in Zukunft vieler innovativer und kreativer Lösungen für die Altkleiderflut in Deutschland und der Welt bedarf, sieht erlich textil aktuell die Lösung jedoch vor allem in einem Apsekt: „Überlege dir vor dem Kauf eines Kleidungsstücks am besten zweimal, ob du es wirklich brauchst, und pflege es so, dass es so lange wie möglich hält. Denn nur wenn wir den Konsum und die Produktion von Textilien einschränken, können wir die sozialen und ökologischen Folgen, verursacht durch Berge an Alttextilien, minimieren.“

Den Leitfaden findest du hier.

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